Mein Alltag mit drei Kindern als Alleinerziehende

Du wirst sicher staunen, aber mittlerweile finde ich es gar nicht mal so schlimm und es fühlt sich nicht mehr stressig an. Klar, es gibt so Momente… aber allen im allem bin ich lange nicht mehr die stressige Mutter, die ich mal war und die viele Frauen noch sind.

Ich höre Musik, tanze und Fackse rum beim Kochen und Abwasch, für meine Älteste bin ich einfach nur noch peinlich – yeah, Aufgabe erfüllt.

Doch wie habe ich es geschafft, die meiste Zeit entspannt zu seien?

Kinder sind eben Kinder.
Sie sind laut, dreckig, mit ihnen ist es chaotisch, sie wollen ihre eigenen Erfahrungen machen und ich lasse sie.

Wenn sie Älter werden, sind sie zickig, sturr, launisch und besserwisserisch und es ist OK (wenn es dabei bleibt). Natürlich sind viele Dinge auch nicht OK. Und das müssen sie wissen und Lernen.

Ich habe nicht viele (für mich meist unsinnige) Regeln. Wenn das Kind nicht mehr essen will, dann will es eben nicht mehr essen… Wenn das Kind sich nicht 3 Minuten lang die Zähne Putzen will, putzt es nicht 3 Minuten lang die Zähne. Dann sind es eben nur zwei.
Soweit fahre ich ganz gut damit.

Beim Teenie ist es etwas schwieriger. Da habe ich auch noch keine Lösung gefunden, um immer entspannt zu bleiben 🙈 aber mittlerweile mache ich es gern so, dass ich ganz klar zwei Auswahlmöglichkeiten anbiete und sie sich für eins entscheidet. Das nimmt schon einiges an Luft weg, denn wenn ich einfach sage, räum‘ den Tisch ab, dann habe ich gleich ne Antwort a la „nur weil du zu faul bist“ entgegegen geworfen bekommen.
Und bei solchen dummen Aussagen bin ich schnell für ein Ringkampf zu haben. 🙈

Und wie sieht konkret mein Alltag aus als Alleinerziehende Mutter mit drei Kindern?

Morgens macht sich die Große selbstständig fertig. Nur wenn sie mal verschlafen hat, muss ich sie wecken (spätestens 6:30 Uhr).

Um 7.30 Uhr muss ich mich spätestens fertig machen. Trinke Kaffee im Bad beim fertig machen und höre dabei Musik und tanze dabei rum, da kann man schon keine schlechte Laune mehr habe. 😋

7.45 Uhr. Entweder wird ein Kind, der beiden selbst wach, oder ich wecke, vorzugsweise die Ältere zuerst, um es anzuziehen und fertig zu machen. Danach kann sie Essen oder „YouTube“ gucken (ich weiß, Rabenmutter) bis ich den Kleinsten angezogen und fertig gemacht habe.
Stillen muss ich ihn nicht mehr, dass haben wir im Bett schon erledigt bevor ich aufgestanden bin. Er bekommt dann vielleicht auch noch ein Kecks, Zwieback oder so. (Ja, bei uns gibt es richtig was zum Frühstück 😅).

Um 8:10 Uhr müssen wir los zur Tagesmutter. Dort Frühstücken die Kinder dann.

Und ich habe danach Party 🎉 – NICHT…

Ich habe trotz Elternzeit einen ganz „normalen“ Tagesablauf mit Terminen, Erledigungen, Haushalt und Co.
Ich „arbeite“ auch. Auch wenn ich nicht von morgens bis abends in irgendeinem Büro sitze oder sonst wo.

Die Anführungszeichen beim Wort Arbeiten zeigt mir meine Älteste übrigens sehr gern. Da kann man sehen, wie kaputt die Gesellschaft heutzutage eigentlich ist und auf die Kinder abträgt 🙄 es wird nur dumm rum gelabert ohne nach zu denken oder nach zu fragen. Dass ich einen festen Job habe, in Elternzeit bin und noch nie arbeitslos war ist dabei uninteressant 👍
Ich habe sogar während meiner Schulzeit gearbeitet, während die Anderen in der Stadt Shoppen oder Feiern waren, damit wir überhaupt klar kamen damals. Aber das ist ales egal, die Gesellschaft weiß es besser.

Im einzelnen ist es meist so, dass ich nachdem ich die Kinder weg gebracht habe, erstmal auch was essen muss.

Dann mache ich je nachdem was ansteht. Aber mittlerweile mache ich mir da keinen Stress mehr. Wenn ich Lust auf Sport habe, mache ich Sport. Wenn ich Lust habe Musik zu hören, höre ich Musik. Wenn ich Lust habe ne Freundin zu treffen, treffe ich ne Freundin. Oder mache sonst was für mich. Ja, das würdest du auch gern. Und das kannst du auch. Das sind alles deine eigene Blockaden im Kopf. Für mich ist das auch neu. Ich musste es auch lernen. Denn man hatte immer ein schlechtes Gewissen oder die Aufgaben im Kopf, die noch erledigt werden müssen.

Doch ich habe gelernt, du kannst so gut sein, wie du willst, so schnell Arbeiten wie du willst. Die Aufgaben nehmen nie ein Ende und es kommen immer Neue dazu. Also, warum sich so einen Stress machen? Das ist in der Arbeitswelt in übrigen genauso, du musst nicht dort für alles allein die Verantwortung tragen.

Also, mache ich jetzt langsamer, gechillter und mit mehr Freude. Und das kuriose darin. Es funktioniert wesentlich besser. Meine Wohnung sieht besser aus, obwohl ich nicht mehr jeden Tag putze. Irrsinn oder? Natürlich sieht man, dass hier Kinder wohnen und etwas Chaos ist hier immer. Aber na und? Wenn interessiert das schon?

Ich habe auch wesentlich mehr Energie. Vorher lag ich ab 8 Uhr fertig im Bett. Jetzt ziehe ich meist locker bis 12 Uhr durch und könnte mir vorstellen wieder öfters auszugehen.

Und wenn die Nächte doch geschlaucht haben wegen mehrfacher Aufweckung durch den Kleinen, dann mache ich eben weniger. Bade, lege mich ins Bett und schreibe so wie jetzt.
Bin totmüde. Dennoch war ich davor fleißig, habe Sperrmüll an die Straße gestellt und etwas für meine berufliche Zukunft getan. Bis ich gemerkt habe, die Müdigkeit ist stärker und ich mache besser ein Break.

Ich fantasiere auch gerne in meinem Kopf rum, und habe dann schon wieder ganz gute Laune wenn ich mir was tolles vorstelle. 😅 So entstehen manchmal auch Ideen und ich schreibe sie auf.

Mittags mache ich Mittagessen für die große, die Kleinen werden bei der Tagesmutter versorgt. Wir essen dann. Ich mache dann noch kurz Pause. Die Große verschwindet recht schnell in ihren Zimmer und dann hole ich die Kleinen ab.

Nachmittags/abends ist der schwierigste Teil.

Denn um 17 Uhr ist mit den Kleinsten nicht mehr viel anzufangen. Er ist müde, aber denkt noch lange nicht ans Schlafen. 🙈

Aber auch das geht. Dann stille ich ihn, obwohl wir vorher gegessen und getrunken haben. Und dann ist erstmal für ne Stunde wieder Ruhe. Abends will er vermehrt an die Brust, anstatt einmal vernünftig zu trinken. 😅
Ja ich habe mich auch damit abgefunden, dass er dann abends extrem Kuschelbedürftig ist und nicht mehr viel mit bewegen ist. Bin froh, wenn ich dann mich das Abendbrot hin bekomme.
Es wäre auch alles gar nicht schlimm, wenn da nicht noch die Mittlere ist, die ja auch was von mir will und so verschiebt sich alles so spät nach hinten, bis sie auch schläft. Da sie natürlich wartet bis Leon schläft (mittlerweile halb neun, neun, erstmal). Danach will sie dann noch essen und trinken, wieder 😅. Manchmal noch kuscheln in meinem Arm. Mittlerweile hört sie aber gerne ihre Gutenacht CD. Und bis sie schläft ist es auch zehn, halb zehn. Wenn ich Glück habe 🙈

Ein langer Tag, der damit noch nicht mal zu Ende ist, denn nicht lange danach wird der Kleine wieder wach und das bis zu 5,6,7 Mal in der Nacht.

Das ist mein Alltag und Allnacht mit Kindern. 😂

Wie ist euer Alltag mit Kindern als Alleinerziehende?

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